Praxis für Neurochirurgie Frankfurt

Angewandte Neurophysiologie

Angewandte Neurophysiologie

Die angewandte Neurophysiologie beschreibt ein therapeutisches Konzept, das das gesamte Nervensystem diagnostisch und therapeutisch in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz zu rein symptomorientierten Verfahren zielt sie auf die gezielte Modulation neuronaler Netzwerke – sowohl im zentralen Nervensystem (ZNS) als auch im peripheren Nervensystem (PNS). Ziel ist es, gestörte neuronale Kommunikation zu normalisieren, Plastizitätsprozesse zu fördern und funktionelle Defizite systematisch zu verbessern.

Ganzheitlicher Ansatz: Zentrales und peripheres Nervensystem

Das Nervensystem funktioniert als integriertes Gesamtsystem. Motorik, Sensibilität, Kognition, Sprache, vegetative Regulation und Muskelkraft entstehen aus dem Zusammenspiel zentraler und peripherer Strukturen. Die angewandte Neurophysiologie berücksichtigt:

  • Großhirnrinde (kortikale Areale)
  • Subkortikale Strukturen (Basalganglien, Thalamus)
  • Hirnstamm
  • Rückenmark
  • Periphere Nerven und neuromuskuläre Endplatten
  • Autonomes (vegetatives) Nervensystem

Therapeutische Interventionen beginnen häufig auf der Ebene des ersten Neurons im Gehirn. Durch gezielte Stimulation oder Hemmung bestimmter Hirnareale werden funktionelle Netzwerke moduliert und pathologische Aktivitätsmuster beeinflusst.

Moderne neurophysiologische Stimulationsverfahren

In unserer Praxis kommen innovative neuromodulative Verfahren zum Einsatz, darunter:

  • Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)
  • Gezielte kortikale Stimulation nach funktioneller Arealzuordnung
  • Transkranielle Stimulationsverfahren (nicht-invasiv)
  • Periphere Nerven- und Muskelstimulation
  • Modulation vegetativer Regelkreise

Je nach Indikation erfolgt eine aktivierende (exzitatorische) oder hemmende (inhibitorische) Stimulation. Ziel ist die Wiederherstellung eines physiologischen neuronalen Gleichgewichts und die Förderung neuroplastischer Anpassungsprozesse.

Behandlungsspektrum

Die angewandte Neurophysiologie eignet sich zur begleitenden oder primären Behandlung zahlreicher neurologischer und funktioneller Störungen, unter anderem:

  • Kognitive Störungen und Hirnleistungsstörungen
  • Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen
  • Depressionen
  • ADHS-Syndrom
  • Zustand nach Schlaganfall (Apoplex) mit Paresen oder Lähmungen
  • Halbseitenlähmung (Hemiparese)
  • Spastik der Arme und Beine
  • Wortfindungsstörungen (Aphasie)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Begleittherapie bei Parkinson-Erkrankung
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zur Unterstützung der Muskelkraft und zur Minderung der Pflegebedürftigkeit
  • Beeinflussung des autonomen Nervensystems (z. B. vegetative Dysregulation)
  • Schlafstörungen
  • Tinnitus (Ohrgeräusche), insbesondere therapieresistente Formen
  • Neurologische Funktionsstörungen bei Bandscheibenvorfällen
  • Neuromuskuläre Dysbalancen bei Skoliose (insbesondere bei Jugendlichen als konservative Alternative zum Korsett)
  • Periphere Nervenkompressionssyndrome
  • Funktionelle Einschränkungen nach Operationen oder Traumata

Grundsätzlich umfasst die angewandte Neurophysiologie alle Zustände, bei denen Störungen der nervalen Steuerung von Organen, Muskeln oder kognitiven Funktionen vorliegen.

Wissenschaftliche Grundlage und Erfahrung

Die Therapie basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Neuroplastizität und der funktionellen Neuroanatomie. Durch gezielte Stimulation können neuronale Netzwerke reorganisiert und kompensatorische Mechanismen aktiviert werden.

Seit über 20 Jahren wenden wir diese innovativen Therapieverfahren in unserer Praxis an. Dabei konnten wir in zahlreichen Fällen beeindruckende funktionelle Verbesserungen erzielen – sowohl im motorischen als auch im kognitiven und vegetativen Bereich.

Ziel der Therapie

Ziel der angewandten Neurophysiologie ist nicht ausschließlich die Symptomreduktion, sondern die nachhaltige Verbesserung der neuronalen Funktion, der Selbstständigkeit und der Lebensqualität. Durch die gezielte Beeinflussung zentraler und peripherer Steuerungsmechanismen wird der Organismus in seiner natürlichen Regenerations- und Anpassungsfähigkeit unterstützt.

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