Praxis für Neurochirurgie Frankfurt
Erkrankungen / Behandlungsschwerpunkte
Die Praxis für Neurochirurgie in Frankfurt ist auf
Konservative Neurochirurgie, neurologische Rehabilitation und therapeutisch angewandte Neurophysiologie
spezialisiert.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine neurologische oder neurochirurgische Erkrankung
ohne Operation oder mit einer möglichst schonenden Behandlung verbessert werden kann.
Dabei werden moderne Verfahren der Neurostimulation und physikalischen Therapie gezielt miteinander kombiniert.
Je nach Erkrankung und Befund kommen unter anderem
rTMS, rTBS, rPMS, Hochtontherapie, Lasertherapie, Ultraschall, TECAR und Magnetfeldtherapie
zum Einsatz.
Die Behandlung richtet sich nicht allein nach der Diagnose, sondern insbesondere nach der
Funktionsstörung des Nervensystems. Ziel ist es, beeinträchtigte Nervenfunktionen
zu modulieren, die neuroplastische Anpassungsfähigkeit zu unterstützen, Schmerzen zu reduzieren
und verlorene oder eingeschränkte motorische und kognitive Funktionen möglichst zu verbessern.
Ein Bandscheibenvorfall kann Nervenwurzeln mechanisch reizen oder komprimieren.
Dadurch können Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Muskelschwäche oder sogar
Paresen und Lähmungserscheinungen entstehen.
Die konservative neurochirurgische Behandlung konzentriert sich darauf, die Nervenfunktion
zu entlasten, Schmerzen und entzündliche Reaktionen zu reduzieren und die funktionelle
Erholung des betroffenen Nervensystems zu unterstützen.
Nicht jede Bandscheibenveränderung erfordert eine Operation. Entscheidend ist,
ob tatsächlich eine relevante Nervenkompression und eine entsprechende neurologische
Funktionsstörung vorliegen.
Durch eine individuell abgestimmte Kombination neurophysiologischer und physikalischer
Verfahren kann versucht werden, Schmerzen, Muskelverspannungen und funktionelle
Einschränkungen zu reduzieren und die Belastbarkeit wiederherzustellen.
Eine Radikulopathie entsteht durch eine Reizung oder Schädigung einer Nervenwurzel,
beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose oder
degenerative Veränderungen der Wirbelsäule.
Neben Schmerzen können Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche und
Paresen auftreten.
Die Behandlung richtet sich auf die betroffene Nervenwurzel und die von ihr versorgte
Muskulatur. Dabei können zentrale und periphere Stimulationsverfahren miteinander kombiniert werden.
Eine Bandscheibenerkrankung kann bei ausgeprägter Nervenwurzelkompression nicht nur Schmerzen,
sondern auch eine Muskelschwäche bis hin zu einer Parese oder Lähmung verursachen.
Hier ist eine frühzeitige neurologische und neurophysiologische Beurteilung besonders wichtig.
Neben der Behandlung der Ursache kann die funktionelle Aktivierung der betroffenen Muskulatur
und der zugehörigen neuronalen Netzwerke unterstützt werden.
Bei einer Spinalkanalstenose wird der Raum für Rückenmark oder Nervenwurzeln eingeengt.
Typische Beschwerden können belastungsabhängige Schmerzen, Sensibilitätsstörungen,
Muskelschwäche und Einschränkungen der Gehfähigkeit sein.
Je nach Ausprägung und neurologischem Befund kann eine konservative Behandlung eine
sinnvolle Alternative oder Ergänzung zur operativen Therapie darstellen.
Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Medianusnerv im Bereich des Handgelenks eingeengt.
Typisch sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen und bei fortgeschrittener Erkrankung
eine Schwäche der Handmuskulatur.
Die neurophysiologische Diagnostik ermöglicht eine Beurteilung der Nervenfunktion und
der Schwere der Schädigung. Darauf kann eine individuell angepasste konservative Therapie
aufgebaut werden.
Eine Schädigung des Peroneusnervs kann zu einer Schwäche der Fußhebung und damit zu einem
sogenannten Fallfuß führen.
Neben der Behandlung der zugrunde liegenden Nervenstörung kann die funktionelle Aktivierung
der betroffenen Muskulatur durch periphere Stimulationsverfahren unterstützt werden.
Beim Piriformis-Syndrom kann der Ischiasnerv im Bereich des Piriformismuskels gereizt
oder komprimiert werden. Schmerzen können vom Gesäß in das Bein ausstrahlen und einer
Ischialgie ähneln.
Nach einem Schlaganfall können Lähmungen oder Paresen von Arm, Hand, Bein oder Gesicht zurückbleiben.
Auch wenn die akute Erkrankung bereits lange zurückliegt, kann das Nervensystem weiterhin
über seine neuroplastischen Fähigkeiten beeinflusst werden. Das Gehirn besitzt
die Fähigkeit, Funktionen neu zu organisieren und teilweise alternative neuronale Netzwerke zu nutzen.
Hier kann die repetitive transkranielle Magnetstimulation, insbesondere
rTMS und rTBS, Bestandteil eines neurophysiologisch ausgerichteten
Rehabilitationskonzeptes sein.
Ergänzend können rPMS und andere periphere Stimulationsverfahren eingesetzt werden,
um die Verbindung zwischen zentraler motorischer Steuerung und der betroffenen Muskulatur zu unterstützen.
Ziel ist nicht lediglich die Muskelstimulation, sondern die
Wiederherstellung einer möglichst funktionellen Verbindung zwischen Gehirn, Nerven und Muskulatur.
Paresen können nicht nur nach einem Schlaganfall entstehen. Auch eine geschädigte Nervenwurzel,
beispielsweise infolge eines Bandscheibenvorfalls oder einer Spinalkanalstenose, kann zu
einer erheblichen Muskelschwäche führen.
In diesen Fällen unterscheiden sich Ursache und therapeutischer Ansatz grundsätzlich von
einer zentralen Parese nach Schlaganfall. Deshalb erfolgt die Auswahl der Stimulationsparameter
abhängig davon, ob primär das zentrale Nervensystem, die Nervenwurzel, der periphere Nerv
oder die Muskulatur betroffen ist.
Bei idiopathischen Paresen liegt trotz sorgfältiger Diagnostik nicht immer eine eindeutig
erkennbare Ursache vor.
Je nach betroffenem Nerv und Funktionsausfall kann eine neurophysiologische Behandlung darauf
ausgerichtet werden, die vorhandene Nerven- und Muskelfunktion zu erhalten und die funktionelle
Reorganisation zu unterstützen.
Nach neurologischen Schädigungen kann eine pathologisch erhöhte Muskelspannung entstehen.
Besonders häufig tritt dies nach einem Schlaganfall auf.
Die Behandlung zielt darauf ab, das gestörte Gleichgewicht zwischen zentraler motorischer
Steuerung und peripherer Muskulatur zu beeinflussen und dadurch Beweglichkeit und funktionelle
Kontrolle zu verbessern.
Periphere Nerven können durch Stoffwechselerkrankungen, mechanische Belastungen, Verletzungen,
Entzündungen oder andere Ursachen geschädigt werden.
Mögliche Beschwerden sind Taubheitsgefühl, Kribbeln, Brennen, Nervenschmerzen,
Muskelschwäche und Koordinationsstörungen.
Die Behandlung orientiert sich an Ursache, Schädigungsmuster und verbleibender Nervenfunktion.
Bei einer Polyneuropathie sind mehrere periphere Nerven betroffen. Häufig stehen Missempfindungen,
Brennen, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im Vordergrund.
Neurophysiologisch ausgerichtete Verfahren können Bestandteil eines individuellen
Behandlungskonzeptes sein, insbesondere wenn neuropathische Schmerzen oder funktionelle
Einschränkungen im Vordergrund stehen.
Chronische Schmerzen und neuropathische Schmerzen
Chronische Rückenschmerzen
Chronische Rückenschmerzen entstehen häufig durch ein Zusammenspiel von Wirbelsäulenveränderungen,
Muskelverspannungen, Nervenreizungen und veränderter zentraler Schmerzverarbeitung.
Die Behandlung beschränkt sich deshalb nicht ausschließlich auf die Wirbelsäule.
Auch die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Nervensystem kann therapeutisch berücksichtigt werden.
Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung des Nervensystems.
Sie können als Brennen, elektrisierende Schmerzen, Stechen oder schmerzhafte Überempfindlichkeit
empfunden werden.
Bei bestimmten Schmerzsyndromen kann die Modulation zentraler und peripherer neuronaler Netzwerke
ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein.
Bei Fibromyalgie steht eine veränderte Schmerzverarbeitung des Nervensystems im Vordergrund.
Die Behandlung erfordert deshalb einen multimodalen und individuell angepassten Ansatz.
Bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne können Fehlregulationen neuronaler Netzwerke
eine wichtige Rolle spielen.
Die Behandlung kann deshalb neben der symptomatischen Therapie auch auf die Modulation
bestimmter neuronaler Netzwerke ausgerichtet werden.
Schwindel kann unterschiedliche neurologische, vestibuläre oder muskuläre Ursachen haben.
Beim zervikogenen Schwindel können Funktionsstörungen der Halswirbelsäule und der dort
befindlichen sensomotorischen Strukturen eine Rolle spielen.
Die Behandlung richtet sich nach der individuellen Ursache und kann neurophysiologische
sowie physikalische Verfahren miteinander verbinden.
Bei depressiven Erkrankungen können bestimmte neuronale Netzwerke des Gehirns in ihrer
Aktivität verändert sein.
Die rTMS ist ein nichtinvasives Verfahren, mit dem bestimmte kortikale
Netzwerke gezielt stimuliert werden können. Sie wird insbesondere zur Behandlung von
Depressionen eingesetzt und kann vor allem bei unzureichendem Ansprechen auf etablierte
Behandlungen eine therapeutische Option darstellen.
Die Behandlung erfolgt nach einem individuell festgelegten Stimulationsprotokoll.
Bei einer therapieresistenten Depression besteht trotz ausreichender Behandlung weiterhin
eine erhebliche depressive Symptomatik.
Hier kann die repetitive transkranielle Magnetstimulation eine wichtige nichtinvasive
Behandlungsoption darstellen.
Ziel ist die gezielte Modulation der neuronalen Netzwerke, die an Stimmung, Motivation,
Antrieb und emotionaler Verarbeitung beteiligt sind.
Viele Menschen bemerken im Laufe des Lebens eine zunehmende Vergesslichkeit, obwohl zunächst
keine manifeste Demenz vorliegt.
Eine genaue neurologische und kognitive Beurteilung kann helfen zu unterscheiden, ob es sich
um normale altersassoziierte Veränderungen, eine subjektive Gedächtnisstörung oder eine
beginnende neurokognitive Störung handelt.
Bei einer milden kognitiven Beeinträchtigung (MCI) sind Gedächtnis oder andere
kognitive Funktionen bereits beeinträchtigt, während die Selbstständigkeit im Alltag noch
weitgehend erhalten sein kann.
Gerade in diesem Stadium ist eine frühzeitige neurologische und neuropsychologische
Abklärung besonders wichtig.
Neurophysiologische Stimulationsverfahren wie rTMS werden zur Verbesserung kognitiver Funktionen
wissenschaftlich untersucht. Dabei wurden insbesondere bei Gedächtnisleistungen positive
Effekte beschrieben. Die Ergebnisse sind jedoch abhängig von Erkrankung, Stimulationsort,
Protokoll und Behandlungsdauer.
Bei beginnenden neurokognitiven Erkrankungen kann eine frühzeitige Behandlung darauf ausgerichtet
werden, vorhandene kognitive Ressourcen möglichst lange zu erhalten und funktionelle Netzwerke
des Gehirns zu unterstützen.
Die rTMS wird in diesem Bereich wissenschaftlich untersucht und kann bei ausgewählten Patienten
Bestandteil eines neurophysiologischen Behandlungskonzeptes sein.
Bei der Alzheimer-Erkrankung können bestimmte neuronale Netzwerke bereits lange vor einer
ausgeprägten Demenz beeinträchtigt sein.
Ein neurophysiologischer Therapieansatz setzt deshalb möglichst früh an der noch vorhandenen
Funktion des Gehirns an.
rTMS ist in diesem Bereich ein wissenschaftlich intensiv untersuchtes Verfahren. Die derzeitige
Forschung zeigt mögliche positive Effekte auf bestimmte kognitive Funktionen. Die Ergebnisse
sind jedoch noch nicht mit der Evidenzlage der rTMS bei Depression gleichzusetzen.
Das autonome Nervensystem reguliert zahlreiche Körperfunktionen, unter anderem Darmtätigkeit,
Gefäßregulation und Temperaturwahrnehmung.
Bei ausgewählten funktionellen Störungen können neurophysiologische Stimulationsverfahren
eingesetzt werden, um die neuronale Regulation gezielt zu beeinflussen.
Eine gestörte neurovegetative Regulation kann sich unter anderem durch kalte Hände oder Füße
und andere funktionelle Beschwerden bemerkbar machen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann neurophysiologische und physikalische
Verfahren miteinander kombinieren.
Die einzelnen Verfahren werden nicht nach einem starren Schema eingesetzt. Entscheidend ist
die Frage:
Welche Struktur ist betroffen – Gehirn, Rückenmark, Nervenwurzel, peripherer Nerv,
Muskel oder die Verarbeitung von Schmerz und anderen Signalen im Nervensystem?
rTMS – repetitive transkranielle Magnetstimulation
rTMS stimuliert bestimmte Bereiche der Großhirnrinde mit magnetischen Impulsen.
Sie wird insbesondere zur Modulation neuronaler Netzwerke eingesetzt, beispielsweise
bei Depressionen und in ausgewählten neurologischen Rehabilitations- und kognitiven
Behandlungskonzepten.
rTBS – repetitive Theta-Burst-Stimulation
rTBS ist eine spezielle Form der transkraniellen Magnetstimulation mit kurzen,
hochfrequenten Stimulationsmustern. Sie ermöglicht eine gezielte Modulation der
kortikalen Erregbarkeit bei relativ kurzer Behandlungsdauer.
rPMS – repetitive periphere Magnetstimulation
rPMS wirkt auf periphere Nerven und Muskeln. Sie kann insbesondere bei motorischen
Defiziten, Muskelschwäche, peripheren Nervenschädigungen und bestimmten Schmerzsyndromen
eingesetzt werden.
Hochtontherapie
Die Hochtontherapie arbeitet mit hochfrequenten elektrischen Feldern und wird vor allem
bei muskulären, neuropathischen und schmerzbezogenen Beschwerden eingesetzt.
Lasertherapie
Lasertherapie kann je nach Indikation zur Unterstützung der lokalen Gewebebehandlung
und bei bestimmten schmerzhaften oder entzündlich geprägten Beschwerden eingesetzt werden.
Ultraschalltherapie
Ultraschall kann zur Behandlung bestimmter muskulärer, tendinöser und schmerzhafter
Gewebestrukturen eingesetzt werden und lässt sich in geeigneten Fällen mit anderen
Verfahren kombinieren.
TECAR-Therapie
TECAR nutzt hochfrequente elektromagnetische Energie zur lokalen physikalischen Behandlung
von Gewebe. Sie kann insbesondere bei muskulären und schmerzhaften Funktionsstörungen
Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzeptes sein.
Der besondere Ansatz der Praxis liegt nicht darin, eine bestimmte Erkrankung ausschließlich
mit einem einzelnen Gerät zu behandeln.
Vielmehr wird versucht, die unterschiedlichen Ebenen der Funktionsstörung gezielt miteinander
zu verbinden:
Gehirn → Nervenbahnen → Nervenwurzel → peripherer Nerv → Muskel → Bewegung
Bei einem Schlaganfall kann beispielsweise die zentrale motorische Reorganisation im Vordergrund
stehen. Bei einer Bandscheibenerkrankung kann dagegen eine Nervenwurzel betroffen sein.
Bei einer peripheren Neuropathie liegt die Störung wiederum überwiegend am peripheren Nerv.
Deshalb wird die Behandlung auf die jeweilige neurophysiologische Situation des Patienten
abgestimmt.
Konservative Neurochirurgie bedeutet nicht, neurologische Erkrankungen lediglich mit
Medikamenten zu behandeln oder abzuwarten.
Sie verfolgt vielmehr das Ziel, neurologische Funktionen gezielt zu untersuchen und –
soweit medizinisch sinnvoll und möglich – ohne Operation zu beeinflussen
und zu verbessern.
Dabei werden moderne Erkenntnisse der Neurophysiologie mit neurochirurgischer Erfahrung
und physikalisch-neurologischen Therapieverfahren verbunden.
Operationen bleiben dort notwendig, wo eine dringliche oder strukturell nicht konservativ
behandelbare Schädigung vorliegt.
Wo jedoch eine konservative Behandlung medizinisch vertretbar ist, kann versucht werden,
die Funktion des Nervensystems mit gezielten neurophysiologischen Verfahren zu verbessern.
Das übergeordnete Ziel ist:
Nervenfunktion erhalten
Schmerzen reduzieren
Beweglichkeit verbessern
Lähmungen und Paresen rehabilitativ unterstützen
kognitive Funktionen fördern
Selbstständigkeit möglichst lange erhalten
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